Häufig gestellte Fragen:
Welche Qualifikationen und Erfahrungen sind erforderlich, um ein zertifizierter VDA 6.3 Auditor zu werden?
Sie müssen mehrere Voraussetzungen erfüllen, um die VDA 6.3 Zertifizierungsprüfung ablegen zu können. Zunächst benötigen Sie einen Qualifikationsnachweis für den viertägigen Kurs "VDA 6.3:2023 - Prozess-Auditor Qualifizierung".
Zusätzlich brauchen Sie einen Nachweis über mindestens drei Tage Auditorenqualifizierung nach DIN EN ISO 19011. Dies kann durch Schulungen wie VDA-Auditor, DGQ-Auditor oder EOQ-Auditor nachgewiesen werden.
Sie müssen Ihre Fachkompetenz in den Automotive Core Tools belegen. Das erreichen Sie entweder durch den Kurs "ID415:2022" oder "ID417:2019", oder durch eine zweitägige Schulung eines anderen Anbieters plus das erfolgreiche Bestehen des VDA QMC Automotive Core Tools Quiz. Das Quiz umfasst 30 Fragen, von denen Sie mindestens 70 Prozent richtig beantworten müssen.
Für die berufliche Erfahrung benötigen Sie mindestens fünf Jahre Vollzeitberufserfahrung in einem produzierenden Unternehmen. Davon müssen mindestens zwei Jahre in qualitätsbezogenen Tätigkeitsbereichen liegen. Ab drei Jahren Berufserfahrung können betriebliche Ausbildungszeiten zu 50 Prozent angerechnet werden, allerdings nur bei abgeschlossener dualer Ausbildung in einem technischen Beruf.
Nach bestandener Prüfung erhalten Sie ein VDA eCertifikat mit registrierter Nummer. Dieses Zertifikat ist fünf Jahre ab Prüfungsdatum gültig. Sie dürfen die Prüfung maximal zweimal wiederholen und müssen sie spätestens ein Jahr nach der ersten Prüfung bestehen.
Welche spezifischen Kenntnisse werden von einem VDA 6.3 Auditor im Bereich der Prozessauditierung erwartet?
Sie müssen fundierte Kenntnisse über den VDA 6.3 Fragenkatalog besitzen. Dieser umfasst 59 Fragen, davon 17 mit besonderer Bedeutung (markiert mit einem Stern) und 35 Fragen zur Potentialanalyse.
Das Bewertungsmodell für einzelne Fragen arbeitet mit dem System 10-8-6-4-0. Sie müssen verstehen, wie das Klassifizierungssystem (A, B, C) für die Gesamtbewertung funktioniert und wie die Abwertungsregeln angewendet werden.
Sie sollten das Turtle-Modell beherrschen und in Audits anwenden können. Dieses Werkzeug hilft Ihnen, Prozesse systematisch zu analysieren und alle relevanten Aspekte zu erfassen.
Kenntnisse über softwarebezogene Themen sind in der Version VDA 6.3:2023 neu hinzugekommen. Sie müssen diese Anforderungen im Fragenkatalog berücksichtigen und bewerten können.
Die Automotive Core Tools bilden einen wichtigen Wissensbereich. Dazu gehören VDA-Methoden zur Reifegradsicherung für Neuteile, FMEA nach AIAG & VDA, MSA (VDA Band 5), SPC (VDA Band 4), Stichprobenverfahren (VDA Band 2), Kontrollpläne nach IATF 16949:2016 und 8D-Problemlösungstechniken.
Sie müssen Anforderungen zur Beschaffung in den Prozesselementen P3 und P4 kennen. Diese wurden in der aktuellen Version verstärkt berücksichtigt.
Wie unterscheidet sich die VDA 6.3 Auditierung von anderen Qualitätsmanagementsystem-Auditierungen?
VDA 6.3 konzentriert sich ausschließlich auf die Bewertung von Prozessen während der Planung und Fertigung eines Produkts. Andere Qualitätsmanagementsystem-Audits wie ISO 9001 oder IATF 16949 betrachten das gesamte Managementsystem eines Unternehmens.
Die Bewertungsmethodik unterscheidet sich deutlich. Sie arbeiten mit einem Punktesystem von 10-8-6-4-0 für jede einzelne Frage. Die Gesamtbewertung erfolgt durch ein Klassifizierungssystem mit den Stufen A, B und C.
VDA 6.3 Audits werden typischerweise vor der Serienfreigabe durchgeführt. Sie dienen als Werkzeug zur Prozessoptimierung bei bestehenden Fertigungslinien oder zur Bewertung von Lieferanten.
Der Fragenkatalog ist standardisiert und umfasst spezifische Prozesselemente entlang der Produktentstehung und Fertigung. Sie folgen einer festgelegten Struktur, die für alle Auditoren gleich ist.
Die Potentialanalyse ist ein eigenständiger Bestandteil von VDA 6.3. Sie bewerten dabei die Fähigkeit potenzieller Lieferanten, die Anforderungen für ein Produkt und dessen Prozess bereits vor der Auftragsvergabe zu erfüllen.
