Häufig gestellte Fragen:
Welche Anforderungen müssen Unternehmen gemäß der VDA 6.3 Prozessauditrichtlinie erfüllen?
Sie müssen qualifizierte Prozessauditoren einsetzen, die eine offizielle VDA 6.3 Lizenzschulung absolviert haben. Diese Lizenz ist drei Jahre gültig und erfordert eine Auffrischung.
Ihr Unternehmen muss Prozessaudits in allen relevanten Produktionsphasen durchführen. Das umfasst die Planung, Entwicklung, Serienfertigung und Lieferantenbewertung.
Die Bewertung erfolgt nach einem festgelegten Punktesystem von 0 bis 10. Sie müssen dokumentieren, welche Prozesselemente Sie geprüft haben und welche Abweichungen aufgetreten sind.
Bei der Bewertung gilt die 2/3-Regel für Prozesselemente. Das bedeutet, dass Sie mindestens zwei Drittel der relevanten Anforderungen erfüllen müssen, um eine bestimmte Punktzahl zu erreichen.
Wie kann ich mein Qualitätsmanagementsystem nach VDA 6.1 zertifizieren lassen?
Sie benötigen zunächst eine gültige ISO 9001 Zertifizierung, da VDA 6.1 eine Erweiterung dieser Norm darstellt. Die VDA-Norm fügt spezifische Anforderungen der deutschen Automobilindustrie hinzu.
Wählen Sie eine von der VDA QMC zugelassene Zertifizierungsstelle aus. Nur diese dürfen offizielle VDA 6.1 Zertifizierungen durchführen.
Ihr Qualitätsmanagementsystem muss alle Anforderungen aus dem VDA Band 6.1 erfüllen. Dazu gehören Prozessmanagement, Produktsicherheit und die Erfüllung kundenspezifischer Anforderungen.
Die Zertifizierungsstelle führt ein mehrstufiges Audit durch. Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Sie ein Zertifikat mit einer Gültigkeit von drei Jahren.
Was sind die wesentlichen Unterschiede zwischen den VDA 6.x Normen und der ISO/TS 16949?
Die VDA 6.x Normen stammen vom deutschen Automobilverband und fokussieren sich auf deutsche OEM-Anforderungen. ISO/TS 16949 war ein globaler Standard, der 2016 durch IATF 16949 ersetzt wurde.
VDA 6.3 konzentriert sich speziell auf Prozessaudits mit einem eigenen Bewertungsschema. IATF 16949 integriert Auditanforderungen in das gesamte Qualitätsmanagementsystem.
Deutsche Automobilhersteller verlangen oft beide Zertifizierungen. VDA 6.1 deckt spezifische deutsche Marktanforderungen ab, während IATF 16949 weltweit anerkannt ist.
Die VDA-Normen bieten detailliertere Vorgaben für bestimmte Prozesse. IATF 16949 ist umfassender angelegt und gilt für die gesamte automotive Lieferkette.
Welche Schritte sind notwendig, um ein VDA 6.5 Produktaudit durchzuführen?
Sie müssen zunächst festlegen, welche Produkte oder Produktgruppen Sie auditieren wollen. Erstellen Sie einen Prüfplan basierend auf den Kundenanforderungen und relevanten Spezifikationen.
Sammeln Sie Produktproben aus der laufenden Produktion. Diese Proben sollten den realen Fertigungsbedingungen entsprechen.
Prüfen Sie die Produkte anhand definierter Merkmale und Anforderungen. Dokumentieren Sie alle Abweichungen von den Sollvorgaben systematisch.
Bewerten Sie die Ergebnisse nach dem VDA 6.5 Schema. Sie müssen Maßnahmen für festgestellte Mängel ableiten und deren Wirksamkeit überprüfen.
Wie lässt sich die VDA 2: Sicherung der Qualität von Lieferungen effektiv umsetzen?
Sie müssen klare Qualitätsvereinbarungen mit Ihren Lieferanten treffen. Diese sollten Spezifikationen, Prüfmethoden und Dokumentationsanforderungen enthalten.
Führen Sie regelmäßige Wareneingangsprüfungen durch. Definieren Sie, welche Merkmale Sie bei jeder Lieferung kontrollieren müssen.
Etablieren Sie ein System zur Bewertung Ihrer Lieferanten. Nutzen Sie dafür Kennzahlen wie Liefertreue, Qualitätsquoten und Reaktionszeiten bei Problemen.
Bei Qualitätsabweichungen fordern Sie 8D-Reports von Ihren Lieferanten an. Verfolgen Sie die Umsetzung von Korrekturmaßnahmen konsequent nach.
