Häufig gestellte Fragen:
Wie können Prozessaudits effektiv nach VDA 6.3 implementiert werden?
Sie müssen zunächst qualifizierte Prozessauditoren in Ihrem Unternehmen etablieren. Diese Auditoren benötigen fundiertes Wissen über Ihre Produktionsprozesse und die spezifischen Anforderungen der VDA 6.3.
Der Einsatz des Schildkrötenmodells hilft Ihnen, alle relevanten Prozesselemente systematisch zu erfassen. Sie betrachten dabei Eingaben, Ausgaben, Ressourcen, Methoden und Messgrößen für jeden auditierten Prozess.
Planen Sie Ihre Audits entlang des Produktentstehungsprozesses. Sie sollten sowohl bei Lieferanten als auch in Ihrer eigenen Fertigung vor der Serienfreigabe auditieren.
Die Dokumentation Ihrer Audit-Ergebnisse muss klar und nachvollziehbar sein. Sie verwenden das standardisierte Bewertungssystem mit den Punktwerten 10, 8, 6, 4 und 0 für jede einzelne Frage.
Nutzen Sie die Audits nicht nur zur Bewertung, sondern auch zur kontinuierlichen Prozessoptimierung. Sie identifizieren Verbesserungspotenziale und leiten daraus konkrete Maßnahmen ab.
Welche Änderungen wurden in der neuesten Revision der VDA 6.3 Auditrichtlinie vorgenommen?
Die VDA 6.3:2023 integriert erstmals Software-bezogene Themen in den Fragenkatalog. Sie müssen jetzt auch Software-Entwicklungsprozesse in Ihre Prozessaudits einbeziehen.
Der Fragenkatalog umfasst weiterhin 59 Fragen, jedoch wurden 17 Fragen mit besonderer Bedeutung neu zugeordnet. Diese mit einem Stern markierten Fragen haben höheres Gewicht bei der Gesamtbewertung.
Beschaffungsaktivitäten wurden in den Elementen P3 und P4 ergänzt. Sie müssen nun auch die Anforderungen an Ihre Einkaufsprozesse detaillierter nachweisen.
Die neue Version harmonisiert Inhalte mit anderen VDA-Methoden wie Automotive SPICE und VDA MLA. Dies erleichtert Ihnen die Integration verschiedener Qualitätswerkzeuge.
Remote-Audits werden jetzt im Standard berücksichtigt. Sie haben damit die Möglichkeit, unter bestimmten Bedingungen virtuelle Audits durchzuführen.
Das Klassifizierungssystem A, B, C und die Struktur des Fragenkatalogs bleiben unverändert. Ihre Vertrautheit mit der Grundstruktur bleibt bestehen.
Welche spezifischen Anforderungen stellt die VDA 6.3 an die Qualifikation von Prozessauditoren?
Für die grundlegende Qualifikation als interner Auditor absolvieren Sie die viertägige Schulung ID381. Nach bestandener Wissensprüfung erhalten Sie ein Qualifikationszertifikat.
Wenn Sie als externer Dienstleister tätig werden möchten, benötigen Sie ein VDA 6.3 Zertifikat. Dafür müssen Sie zusätzlich die Prüfung ID382 bestehen, die eine Auditsimulation beinhaltet.
Sie weisen mindestens drei Tage Auditorenqualifikation nach DIN EN ISO 19011 nach. Schulungen als VDA-Auditor, DGQ-Auditor oder EOQ-Auditor werden anerkannt.
Ihre Fachkompetenz in den Automotive Core Tools belegen Sie durch entsprechende Schulungen. Sie absolvieren entweder die Schulung ID415:2022 oder ID417:2019, alternativ eine zweitägige Schulung eines anderen Anbieters plus das VDA QMC Automotive Core Tools Quiz.
Sie bringen mindestens fünf Jahre Vollzeit-Berufserfahrung in einem produzierenden Unternehmen mit. Davon müssen mindestens zwei Jahre in qualitätsbezogenen Tätigkeitsbereichen liegen.
Das VDA QMC Automotive Core Tools Quiz besteht aus 30 zufällig ausgewählten Fragen. Sie benötigen mindestens 70 Prozent richtige Antworten und haben 60 Minuten Zeit.
Ihr Zertifikat ist fünf Jahre gültig. Zur Verlängerung weisen Sie mindestens fünf Prozessaudits mit zehn Audittagen als verantwortlicher Auditor nach.
Wie unterscheiden sich die Bewertungsklassen in der VDA 6.3 von den üblichen Qualitätsmanagementbewertungen?
Das Bewertungssystem verwendet eine Punkteskala mit den Werten 10, 8, 6, 4 und 0. Diese Abstufungen ermöglichen Ihnen eine differenziertere Bewertung als einfache Ja/Nein-Antworten.
Zehn Punkte vergeben Sie nur, wenn alle Anforderungen vollständig erfüllt sind und keine Verbesserungspotenziale erkennbar sind. Acht Punkte bedeuten, dass Anforderungen weitgehend erfüllt sind mit geringen Abweichungen. Sechs Punkte stehen für eine teilweise Erfüllung, vier für eine unzureichende Umsetzung und null Punkte für eine vollständige Nichterfüllung.
